Ein Jahr ohne Auto...

Über

Leben ohne Auto auf dem Land?! Das geht doch nicht!

Das will ich testen. Ein Jahr lang. 

Ich bin 53 Jahre alt. Pastorin.

Lebe alleine (seit dem 18.11.15 nicht mehr- ein unbegleiteter Minderjähriger Flüchtling hat bei mir Unterkunft.)

Auf dem Land. 

Mit Hund und Garten.

Habe vier Kinder, die aber alle außer Haus sind (nun einen 15 jährigen wieder im Haus). 

Bin gesund. 

Der nächste Bahnhof ist 1,5 km entfernt.

Die Bahn fährt stündlich in beide Richtungen. 

Busse fahren auch. Aber es sind Schulbusse. 

Linienbusse? Habe ich in den letzten 6 Jahren nicht benutzt. 

Gefühlt führen nicht mehr als 2 Linienbusverbindungen in das Dorf rein und wieder raus.

 Alle haben hier ein Auto.

Fast alle: Nur ein Rentner fährt konsequent alles mit dem Fahrrad. 

Und ein anderer fährt Mofa. 

Ab heute gibt es noch eine weitere, die einen Roller fährt- und natürlich Fahrrad. 

Alter: 54
 


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8.2.16- krank

Ohne Auto auf dem Land und dann krank sein!!!

Eine Ahnung davon letzte Woche bekommen. 

Es funktioniert nur, wenn man im dörflichen Leben gut eingebunden ist. Die Familie und die Nachbarn oder Freunde nach einem sehen. 

Dann wird man zum Arzt gebracht, dann wird für einen eingekauft oder auch mal gekocht und das Tier oder die Tiere werden für einen mitversorgt. 

Ich fürchte nur, dass das immer seltener wird, weil Freunde, Familie, Nachbarn tagsüber gar nicht mehr im Dorf sind, sondern arbeiten, i.d.R in der Stadt. 

Und  esgibt  Menschen wie mich, die außer beruflich kaum in das soziale Netzwerk eines Dorfes eingebunden sind. Familie lebt außerhalb, Freundeskreis ist beschränkt und seinerseits beruflich eingebunden, Nachbarschaftliche Beziehungen werden nicht gepflegt, da steht mein Beruf entgegen, der mich immer in Abstand bringt.

Die klassischen Hausfrauen, die den Tag über da sind und solche sozialen Aufgaben übernehmen gibt es auch hier nicht mehr- oder kaum.

Ich hatte letzte Woche als Kranke das Glück, dass ich auf ein geliehenes Auto zurückgreifen  konnte. So konnte ich montags noch zur Ärztin fahren, die mir Medikamente verschrieb, die dann die Fahrfähigkeit beeinträchtigten.

Und eine gute Freundin hat mit mir zusammen nach einer Woche den Wochenendeinkauf gemacht. Ich selbst sollte wg der Medikamente noch nicht Auto fahren. 

Meine Tochter ist von KIel gekommen und hat den Hund für drei Tage geholt, da ich mit dem Tier nicht rauskonnte. 

J. konnte bei einer anderen Gastfamilie bleiben. 

Das war dennoch viel Hilfe. 

Strukturell? Was müsste strukturell passieren, dass man auch als kranker Mensch ohne Auto auf dem Land leben könnte, wenn die nachbarschaftlichen und familiären Beziehungen nicht da sind?

Mir fällt nur "Bürgerbus" ein, um zum Arzt zu kommen. Einkauf müsste über Bestellung organisiert werden.

 

 

8.2.16 07:04, kommentieren

13.1.16- anders leben- gar nicht so leicht

Auto: in den letzten Wochen habe ich mir sehr häufig und z.T. auch für längere Zeit ein Auto geliehen. Carsharing mit Christa genutzt.Also wirklich anders ist das nicht.J: im Prinzip pendelt sich das Leben mit ihm so ein, wie mit Tochter A. Es fühlt sich genauso an. Also letztlich auch altbekanntes im neuer Konstellation.Haus verkauft: fühlt sich nach gar nichts an. Gibt es überhaupt ein "andersleben" im "altenleben"? Heute das Jesu-Wort in der Morgenandacht gehabt, dass neuer Wein in neue Schläuche gehört. Wenn nicht darauf geachtet würde, würden die alten Weinschläuche platzen (also zerstört werden) und das Neue- der neue Wein zugleich verloren gehen. Also: neue Inhalte gehören in neue Formen (Kontext sind Fastenregelungen).Wenn ich "andersleben" will, braucht es eine neue Form.Ein "andersleben" im "altenleben" funktioniert nicht. So verstehe ich das Jesuswort. Was ist das andere, das neue Leben? Jesus selbst hat seine Existenz als Zimmermann aufgegeben- seine Jünger als Fischer, Handwerker und Zöllner..., um anders zu leben. Was war anders im Bezug auf das alte, vorherige. Christen werden im Neuentestament die "Anhänger des Neuen Weges" genannt....

2 Kommentare 13.1.16 05:46, kommentieren