Ein Jahr ohne Auto...

31.12.15- Sylvester- Kurzbilanz

Wenn ich das Auto am 4.1.16 zurückgeben werde, werden A. und ich mehr als 1000km gefahren sein.

Welche Strecken bin ich gefahren? Vor Weihnachten natürlich viele kleine Einkäufe, damit nichts fehlt- und das Vergessene schnell noch besorgt werden kann.

Dann nach Hamburg, um das Haus den Käufern zu übergeben.

A. ist oft zu Freunden gefahren. 

Ich bin 2 mal nach Lehe bei Lunden gefahren, um die Jungs dahin zu bringen, bzw. abzuholen. Also für andere. Und für den Frieden im Haus und in meiner Seele. Denn J. war unglaublich traurig, dass er den Teil seiner Großfamilie nicht besuchen kann, den S. besuchte...und ich war beruhigt, dass ich den Jungen nicht zu mir fremd bleibenden Leuten mit dem Zug schickte, sondern damit die Gelegenheit hatte, einen Eindruck von der Familie zu bekommen. 

Heute werde ich nach Norderstedt fahren, weil M.´s Eltern nun nicht in Lunden sind, sondern Verwandte in Norderstedt besuchen. Also wieder unterwegs für andere und um mein Gewissen zu beruhigen, dass ich nicht jemanden, der kein Deutsch spricht und sich kaum auskennt in den Bus setze. Denn A. sieht das anders: könnte ihn auch mit dem Bus nach Ochsenzoll bringen und ihn dann nach Norderstedt umsteigen lassen.

Ich werde morgen nach Kiel fahren, um einen Oma- Tag mit meiner Enkelin zu machen, das Auto noch einmal für ein Beerdigungsgespräch gebrauchen. Am Sonntag nachmittag meine Mutter besuchen. Am Montag Teppiche zur Reinigung fahren. Das wars. 

Also: wofür war das Auto gut? Für schnelle, spontane, unorganisierte Aktionen!wie vergessene Einkäufe, spontane Pläne für J. und S. umsetzen,für soziales Leben (eigene Besuche und Besuche der Jungs bei Verwandten), für ein ruhiges Gewissen. Das müsste anders werden. Ein Einkaufsrhythmus, Einkaufslisten....alles war in diesen Tagen vergessen. Ich hatte ja das Auto vor der Tür.

Was muss geschehen, damit ich J. über Segeberg hinaus loslassen kann? Wenn er die Sprache so kann, dass wir telefonieren könnten. Dass er fragen kann. Und es braucht planbare Struktur. Nicht einen Tag so- und den anderen Tag wieder einen neuen Plan machen, den ich bedienen muss, damit ich mich gut fühle.

Denn A. hat recht. Ich habe von der  Zeit, die ich jetzt zum Fahren aufgewendet haben erstmal nichts- nichts für mich. Bediene die Wünsche anderer und vergesse mir selbst gut zu tun. Denn da schränke ich mich als erstes ein. Erst die Arbeit, dann das Vergnügen? Nun heißt es: Erst die Arbeit, dann die Wünsche anderer bedienen. 

Warum tue ich das? Also: habe ich wirklich nichts davon? Die ehrliche Antwort mir selbst gegenüber: Wenn ich für andere etwas tue, bin ich für andere (hoffentlich) wichtig, habe ich Bedeutung, vielleicht auch etwas Macht. Also der Gewinn ist: mich machtvoll und wichtig zu erleben. Legitim!- aber bezahle ich den richtigen Preis dafür?

Das Gefühl sagt: Nein- da ist etwas schief und nicht im Lot. 

Versuche es anders zu machen! Anders zu leben!! 

Ich werde J. klar machen, dass er sich in den nächsten Tagen mit seinen Plänen selbst organisieren muss-  dass er  über Segeberg hinaus erst planen darf, wenn er sich halbwegs verständlich machen kann und ich die Leute kenne, Und das Besuche von Verwandten verbindlich geplant und nur in den Ferien möglich sind.

31.12.15 07:51

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